FREILICHTTHEATER
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Von Hexen und Minnesängern

 

Zur 1100-Jahr-Feier mit Heimatfest darf ein Freilichttheater nicht fehlen, meint Georg Stöth. Aufführungen von „Maria – Hexe oder Engel“ sind am Freitag, 20. und am Samstag, 21. Juli.

 

Die „Fuchsburg“, deren Modell Georg Stöth (Foto) ersonnen und hergestellt hat, ist die Kulisse für das neue Stück „Maria – Hexe oder Engel“ des Regisseurs und Leiters der FC-Theatergruppe. Das Theaterstück wird im Juli aufgeführt.

Schöpfer des Werkes ist erneut der Vorsitzende der FC-Theatergruppe Georg Stöth, der auf Wunsch von Bürgermeister Peter Hart vor rund eineinhalb Jahren mit dem Schreiben des Theaterstückes begann und inzwischen, handschriftlich, fast 50 DIN-A-4-Seiten gefüllt hat. Heraus kam eine dramatische Freilichtaufführung in drei Akten und mehreren Bildern. Stöth, der Regie bei dem Theaterstück führt, erfand in Anlehnung an seine Heimatgemeinde die Fuchsburg mit „allem drum und dran“.

 

Hexen, Köhler und Kräuterweibchen sind in der Aufführung zu finden, dargestellt von Personen, die der Regisseur bereits im Dreikönigs-Theaterspiel einsetzte. Als Gastschauspieler sind Anett Riede, Opern- und Operettensängerin vom Meininger Theater und ihr Bruder engagiert. Sie spielen die Minnesänger, die es tatsächlich gab.

In die Handlung bezieht Georg Stöth Fuchsstadt und seine Flur mit ein. Dort, bei einem Köhler, taucht Maria auf, die vor der Inquisition aus Würzburg floh, wo sie verfolgt wurde. Maria pflegt einen verwundeten Kaufmann gesund. Durch die Wiedergenesung des Kaufmanns vermutet das Burggesinde, das nichts von Maria weiß, eine Hexe in der Umgebung und eine dramatische Handlung nimmt ihren Lauf.

 

Neben Anett Riede besetzen Dieter Büttner als Inquisitor, Matthias Stockmann als Minnesänger, Edgar Stockmann als Burgherr, Arnulf Pfülb als dessen Sohn und Lothar Pfülb als Köhler die Hauptrollen. Isolde Winkler, die sich bereits in vielen Theaterstücken bewährt hat, kommt die Rolle der Maria zu.

 

Wer Stöth kennt, weiß, dass er es nicht beim Schreiben und Einüben der Rollen belässt. Der Fuchsstädter wartet natürlich auch mit einem selbst gebastelten Modell der „Fuchsburg“ auf, das ein Miniaturbild von der Szenerie in den Gaden widerspiegelt und seinen Schauspielern die Möglichkeit gibt, sich in das Stück „hinein zu leben“.

 

Den Termin für den Kartenvorverkauf des viel versprechenden und spannenden Stücks wird rechtzeitig bekannt gegeben.

 

erschienen am 12.04.2007 21:45 in der Mainpost
WINFRIED EHLING

 

Proben an den Gaden trotzen Regenschauern
Proben laufen seit März

 

„Maria – Hexe oder Engel“ Uraufführung in den Gaden in Fuchsstadt zur 1100 Jahrfeier Fuchsstadt „1100 Jahre Fuchsstadt – ein Jubiläum, das es wert ist gefeiert zu werden“. Mit diesen Worten beginnt Bürgermeister Peter Hart die Festschrift zu dieser viertägigen Festfolge.

 

Bereits am Freitag den 20. und Samstag den 21. Juli wirft dieses Jubiläum mit der Freilichtaufführung des Stückes „Maria – Hexe oder Engel“ seine Schatten voraus. „Ein Freilichttheater darf bei einer 1100-Jahrfeier mit Heimatfest nicht fehlen“, erklärt der Vorsitzende der FC-Theatergruppe, Georg Stöth. In rund eineinhalb Jahren schrieb Stöth auf Wunsch von Bürgermeister Hart diese dramatische Freilichtaufführung in drei Akten.

Seit März ist die 38-köpfige Truppe auch bei widrigen Wetterumständen am Einüben der Rollen. Dreimal wöchentlich treffen sich die Laienschauspieler um den hohen Anforderungen von Regisseur Georg Stöth gerecht zu werden.

 

Damit sich seine Schauspieler in „das Stück hineinleben können“, hat Stöth ein Modell der „Fuchsburg“ gebastelt, das ein Miniaturbild von der Szenerie in den Gaden widerspiegelt und am Anfang der Proben als Bühnenersatz diente. Seit Mitte Mai ist es dank einiger eifriger Helfer möglich, dass die Proben auf der Originalbühne stattfinden können.

 

Das Theaterstück spielt im Fuchsstadt um 1550 und handelt von Hexen, Köhlern, Rittern und Kräuterweibchen. Im Mittelpunkt steht Maria, eine Heilkundige; die durch ihr leichtfertiges Leben und manch rätselhafte Vorgänge schnell die Aufmerksamkeit der Inquisition auf sich lenkt. Wird sie dem Scheiterhaufen entkommen? Und nehmen die Überfälle der Ritter auf die Kaufmannszüge ein gutes Ende?

 

Neben der Gastschauspielerin, Opern- und Operettensängerin Anett Riede und Tenor Christoph Lüdeke vom Meininger Theater wurden die Hauptrollen mit Isolde Winkler als Maria, Dieter Büttner als Dominikaner Mönch Bonifaz, Matthias Stockmann als Wolfgang von Reichenbach, Edgar Stockmann als Burgherr Ottfried von Fuchsen, Arnulf Pfülb als Roland von Fuchsen und Lothar Pfülb als Matthias der Köhler, besetzt.

 

Kartenvorverkauf: Bunter Buchladen in Hammelburg, Firma Pfeuffer KG in Fuchsstadt, Raiffeisenbank Fuchsstadt
erschienen am 2.07.2007 1:46 in der Mainpost

 

Hexentanz und Inquisition auf der Fuchsburg

Vom Main-Post Mitarbeiter Winfried Ehling - Fotos "ispiegel"

 

Mit der Inszenierung des Dramas „Maria – Hexe oder Engel“ gelang dem Fuchsstädter Hobby-Autor und Regisseur Georg Stöth nach der Geierwally, dem Freischütz und dem Burenkrieg ein weiterer Erfolg. Das Stück aus der Feder Stöths zeichnet sich durch Dramatik, filigrane Darstellung menschlicher Charaktere und opulente Besetzung sowie der Auseinandersetzung mit einem heiklen Thema des finsteren Mittelalters, der Inquisition, auseinander.

 

Ort des Geschehens ist die Fuchsburg in den Fuchsstädter Gaden. Dort plündert Burgherr Otfried von Fuchsen (Edgar Stockmann), ein verarmter Ritter, Kaumannszüge aus, wobei ein Leben keine Rolle spielte.

 

Maria (Isolde Winkler) und Matthias (Lothar Pfülb) kümmern sich um den verletzten Kaufmann (Alois Bayer).

 

In die mit authentischen Namen versehene Umgebung Fuchsstadts hat sich die von der Inquisition verfolgte Maria (Isolde Winkler) geflüchtet, eine heilkundige, junge Frau, die hier Matthias, den Köhler (Lothar Pfülb), trifft und sich mit ihm verbündet. Beide versorgen den von Otfried schwer verletzen Kaufmann aus Würzburg (Alois Bayer), den der Burgherr für tot hält. Dazu lassen sie Lebensmittel aus der Burg stehlen. 

 

Das ängstliche Burggesinde halten sie dabei mit einem Schabernack, einem Hexentanz am Hexenstein, in Schach. Doch schon bald eskaliert die Situation und wird zu einer Hexenjagd, obwohl Roland von Fuchsen (Arnulf Pfülb), der Sohn des Burgherrn, sich in Maria verliebt hat und sie für unschuldig hält. Den gesundeten Kaufmann bringt Roland nach Würzburg zurück und ist damit für Tage nicht auffindbar.

 

Beim Bankett der Ritterfamilie mit den Freunden aus dem benachbarten Reichenbach spielt der Barde Mannix (Horst Manninger) in der Fuchsburg auf.

 

Nach weiteren rätselhaften Vorfällen und unter Aussagen des verängstigten Gesindes fangen die Ritter der Fuchsburg auf Geheiß des Dominikanermönchs Bonifaz (Dieter Büttner) Maria ein. Sie soll, wie die Magd, die sie unwissend denunzierte, auf dem Scheiterhaufen brennen.

 

Doch hier schreitet Wolfgang von Reichenbach (Matthias Stockmann), ein Freund der Fuchsen, ein. Er hält Maria für unschuldig und bietet dem Inquisitor die Stirn. Er macht sich zum Anwalt Marias und erreicht für sie drei Tage Galgenfrist. Auch Otfried stellt sich jetzt auf die Seite der Gerechtigkeit.

 

Trotz aller Beteuerungen verurteilt Bonifaz Maria und die Magd Kathrin (Christina Dorn) nach Ablauf der Frist zum Tod auf dem Scheiterhaufen. Da kehrt Roland mit einem Dokument aus Würzburg zurück, das die Unschuld Marias und die Rettung des Kaufmanns beweist. Der Inquisitor und seine Mönche werden verjagt.

 

Zwischen Otfried und seinem Sohn Roland kommt es dennoch zum Streit. Der Sohn wirft dem Vater vor, ein Räuber zu sein. Auch die Mutter, Adelgunde von Fuchsen (Barbara Fischer), kann Roland nicht mehr davon abhalten, dass er mit Maria nach Würzburg geht. Wolfgang heiratet die Tochter des Burgherrn, Anna (Marina Kippes).

 

Als Geist weiter lebendig

 

Otfried und seine Gattin verarmen, Plünderer brennen die Fuchsburg nieder auf der später die Fuchsstädter Kirche entsteht. Matthias der Köhler, treibt sich bis heute als Geist in der Umgebung herum.

 

Zum Erfolg des Stückes trugen auch die Gastschauspielerin und Opernsängerin  Anett Riede  und ihr Bruder, der Tenor Christoph Lüdeke bei. Sie spielten die Minnesänger, respektive die Schwester Wolfgang von Reichenbachs, Brunhilde. Erstmals dabei war der Hammelburger Bänkelsänger und Heimatbarde Horst Manninger (Mannix).

 

Anna (Marina Kippes) und Adelgunde (Barbara Fischer) sind ratlos über die rätselhaften Vorgänge.

 

Lob verdiente sich Isolde Winkler, die die Maria verkörperte. Arnulf Pfülb verlieh der Rolle Rolands überzeugendes Gewicht. Mit Lothar Pfülb hatte Stöth genau die richtige Hand für den verschmitzten, aufrichtigen Köhler Matthias.

 

Edgar Stockmann war der Part als Burgherr auf den Leib geschrieben. In Barbara Fischer, seiner Gattin Adelgunde, fand er sein Pendant. Kaum ein anderer in der FC-Theatergruppe hätte die Rolle des Inquisitors besser besetzen können wie Dieter Büttner. Der minutenlange Applaus bewies, dass Theatermacher Georg Stöth mit seiner vierten Inszenierung wieder richtig lag.

 

 
erschienen am 22.07.2007 19:00 in der Mainpost