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Der 15. Juli 1928 war ein wichtiger Tag in der Geschichte der Gemeinde Fuchsstadt. Zwar hat er nicht die Bedeutung der ersten urkundlichen Erwähnung des Gemeinwesens. Für die Fortentwicklung der Kommune war die Unterzeichnung des
Stromlieferungsvertrags zwischen Fuchsstadt und der damaligen Kreis-Elektrizitätsversorgung Unterfranken AG, der Rechtsvorgängerin des ÜWU, an diesem Julitag entscheidend. Seit nahezu sechs Jahrzehnten steht elektrische Energie rund um die Uhr jedem Fuchsstädter zur Verfügung.
Es war ein langer Weg bis dahin. Bis in das Jahr 1913 reichen erste Pläne zur Gründung einer Gesellschaft zurück, die ganz Unterfranken und Teile Oberfrankens flächendeckend mit Strom versorgen sollte. Elektrizität boten damals nur Städte und gut strukturierte Gemeinden ihren Bürgern an; am kostenintensiven Aufbau einer Stromversorgung des flachen Landes waren sie nicht interessiert. Der Ausbruch des ersten Weltkriegs machte das Vorhaben für ganz Unterfranken zunichte.
1920 wurde schließlich auf Betreiben von Kommerzienrat Franz Schmitt, der Elektrizitätsreferent des
damaligen Kreistags Unterfranken (heute Bezirkstag) war, die Kreis-Elektrizitätsversorgung Unterfranken AG gegründet. Die junge Gesellschaft stand vor fast unlösbaren Problemen: Binnen kürzester Zeit galt es, ein Leitungsnetz über ganz Unterfranken zu errichten und alle Städte und Gemeinden an dieses Netz anzuschließen. Die Inflation erschwerte diese Aufgabe zusätzlich. Strom lieferten zu dieser Zeit nahezu ausschließlich die Wasserkraftwerke im Regierungsbezirk. Doch die schwierige Aufgabe wurde gelöst.
Ende der 20er Jahre stand den Unterfranken überall in Haushalten, Unternehmen und landwirtschaftlichen Betrieben Strom zur Verfügung.
In Fuchsstadt hatte man die Zeichen der Zeit rasch erkannt, wie sich aus der relativ frühen Unterzeichnung des Stromlieferungsvertrags entnehmen lässt. Strom war auch hier die Voraussetzung für die Modernisierung der Landwirtschaft und die Ansiedlung von Gewerbebetrieben. Nach und nach stiegen auch die Anforderungen aus den Haushalten an eine sichere und zuverlässige Stromversorgung.
Das geht aus dem 1958 erneuerten Energieversorgungsvertrag hervor, der gleichzeitig auch die Modernisierung und Erweiterung der Straßenbeleuchtung in der Gemeinde beinhaltete. Ein weiterer folgte im Oktober 1973, der der rasanten Elektrifizierung vor allem der Haushalte Rechnung trug.
Diese Entwicklung blieb nicht auf Fuchsstadt begrenzt. Überall im Versorgungsgebiet der Überlandwerk Unterfranken AG fragten die Kunden vermehrt elektrische Energie nach. Das Unternehmen plante dementsprechend neue Leitungen mit größeren Querschnitten und zusätzliche Umspannwerke, um die Nachfrage in gewohnt zuverlässiger Weise erfüllen zu können. So entstand zu Beginn der 80er Jahre das 110/ 20--kV-Umspannwerk Fuchsstadt, das auch überörtliche Bedeutung hat. Es dient der Versorgung der Räume Bad Kissingen, Karlstadt, Hammelburg und Gemünden. Über die 110-kV-Leitung Eltingshausen-Lohr, die in der Netzkuppelstelle Trennfeld mündet, ist es in das landesweite Stromversorgungsnetz eingebunden.
Doch auch aus der unmittelbaren Versorgung der Region ist die Fuchsstädter Anlage nicht mehr wegzudenken. Sieben 20-kV-Leitungen bringen Strom in die nähere Umgebung, zwei davon in die Stadt Hammelburg. Zwei weitere Leitungen versorgen die Erdfunkstelle der Deutschen Bundespost. Je eine Mittelspannungsleitung geht von Fuchsstadt nach Feuerthal, Untererthal und Aura, die achte Leitung führt Richtung Karlstadt.
Wie wichtig der Bau des Umspannwerkes war, zeigt die Tatsache, dass sich die über die Anlage bereitgestellte Leistung in den fünf Betriebsjahren um mehr als 30 Prozent erhöht hat.
Die Bedeutung des Umspannwerks Fuchsstadt reicht über die Landesgrenze hinaus. Dies ist auf den Schutzrechner zurückzuführen, der im Schalthaus seinen Platz gefunden hat. Der Rechner ist eine gemeinsame Entwicklung von ÜWU und einem weltweit tätigen Unternehmen und übernimmt wichtige Aufgaben des Netzschutzes. In der Fachwelt hat er große Resonanz gefunden. Die weiteste Anreise nach Fuchsstadt hat bisher eine Delegation aus der Volksrepublik China hinter sich gebracht, die sich vom Schutzrechner sehr beeindruckt zeigte.
Nach Fuchsstadt selbst liefert das ÜWU heute rund 5,4 Millionen Kilowattstunden jährlich, u. a. an fünf gewerbliche Sondervertragskunden und in 530 Tarifanlagen in Haushalten, Landwirtschaft und kleineren Gewerbebetrieben. Alles in allem brennen derzeit in Fuchsstadt 150 Straßenleuchten.
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