KIRCHENCHOR
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Kirchenchor

Stand: 1987

 

Der Fuchsstädter Kirchenchor betrachtet sich nicht als Verein, sondern ist eine Gemeinschaft, die aus Freude am Gesang zur Ehre Gottes zu den kirchlichen Festen und bei besonderen Anlässen die Gottesdienste zu verschönern sucht.

Die Sangesfreude ist es auch, welche den Chor veranlasst, immer wieder weltliche Lieder einzuüben. Mehrere Male nahm er auch, wenn es ihm die Zeit erlaubte, an Liederabenden in Fuchsstadt mit Erfolg teil.
Gegründet wurde die Gemeinschaft etwa um das Jahr 1923, als sich eine Schar von Männern und Mädchen um den jungen Lehrer, den späteren Hauptlehrer Schaller, sammelte und mit den ersten Proben begann.
Als Chororganist fungierte Oberlehrer Fritz Götz.

Der frohe Klang in der Kirche war auch der Anlass dafür, dass hier in Fuchsstadt 1925 ein Männergesangverein gegründet wurde. Die bereits im Chorgesang geübten Männer aus dem Kirchenchor unterstützten dieses Unternehmen tatkräftig.

Schwester Adelhold mit dem Mädchenchor im Jahre 1948.

 

Besonders erwähnenswerte Auftritte des Chores nach der Gründungszeit waren das Jubiläum des Pfarrers Pretscher 1927 und die Primiz von Pfarrer Gustav Pfeuffer anno 1930. Zusammen mit Orgel und der Musikkapelle Volpert wurde die lateinische Messe „Missa in honorem B. M. V. de Loreto" von V. Goller opus 25 aufgeführt.

Damals war es noch üblich, dass die Kirchenchöre sich zu Wettsingen trafen. Der hiesige beteiligte sich daran in Hammelburg, Untererthal, Machtilshausen und in Steinach.

Es fällt auf, dass nur Mädchen im Chor mitwirkten. Dem Geist der Zeit entsprechend, durften nur Unverheiratete sich am Kirchenchorgesang beteiligen. Trotzdem hatte der Chor genügend weibliche Stimmen. Heute singen meistens Frauen mit.

Wenn ein weibliches Chormitglied heiratete, sorgte dieses für Ersatz. Früher war dies nicht schwer, denn man freute sich, mitwirken zu dürfen.
Mit der Machtübernahme Adolf Hitlers begann auch für den Kirchenchor eine düstere Epoche. Hauptlehrer Schaller wurde von der Partei gedrängt, die Chorleitung niederzulegen. Von 1935 bis 1939 trat der Chor nicht mehr auf.

Nachdem Georg Schaller auch das Orgelspiel in der Kirche nicht mehr erlaubt wurde, schickte das Mutterhaus der Erlöserschwestern, welche hier zum Segen des ganzen Dorfes wirkten, eine Organistin. Schwester Lidwina Fuchs rief sofort den Chor wieder zusammen. Man schrieb das Jahr 1939. Der Krieg war ausgebrochen, und die Männer mußten ins Feld ziehen. Deshalb bildete sich ein Mädchenchor, der nichtsdestoweniger mit gleichem Engagement probte und sang.

Im Jahr 1946 wurde Schwester Lidwina Fuchs versetzt. Dafür entsandte das Mutterhaus Schwester Adelhold.
Schwester Adelhold begann wieder mit dem Aufbau des gemischten Chores. Die vom Krieg heimgekehrten Sänger waren sofort wieder mit Freude dabei. Damit auch Lieder und Messen mit Orgelbesetzung gesungen werden konnten, wurde Frl. Ehrentraud Pfeuffer als Dirigentin eingeschult.
Im Jahre 1953 übernahm Lehrer Walter Schaller den Dirigentenposten. Nachdem er auch den Männerchor leitete und nicht immer zur Verfügung stand, wurde der junge Lehrer Eugen Lippert, der seit Frühjahr 1954 mitsang, mit dem Dirigentenamt beauftragt.

 

Chormitglieder im Jahr 1950.

 

Über Jahre hinweg konnte der Chor mit der beachtlichen Zahl von über 40 Mitgliedern proben und singen. Ein schmerzlicher Verlust war der Unfalltod des Basssängers Alfred Stockmann, wobei auch die Sängerin Irene Volpert schwer verletzt wurde und längere Zeit nicht mitsingen konnte.

Besonders erwähnenswerte Ereignisse, verbunden mit Auftritten des Kirchenchores, waren: goldene Profeß der Schwester Oberin, Priesterjubiläum von H. H. Pfarrer Schober 1967, Visite von Bischof S. E. Josef Stangl 1970, Primiz von Pater Werner Weissenberger 1966, Verabschiedung von Geistl. Rat Franz Schober und Einführung von Pfr. Heinrich Mitka Nov. 1974, 25jähriges Priesterjubiläum von H. Pfr. Mitka 1984 und das 60jährige Priesterjubiläum des G. R. Franz Schober 1987 in Donnersdorf.

Der allgemeinen Tendenz der Abwanderung bzw. dem Desinteresse der - insbesondere der männlichen - Jugend konnte auch der Kirchenchor nicht entgehen. So mußte er in jüngerer Zeit mit etwa 20 Sängern auskommen, die aber mit um so mehr Engagement probten und sangen. Zuletzt konnten wieder einige Mitglieder gewonnen werden, die einzelne Stimmen verstärkten.

Besonders junge Leute, aber auch solche, die Geselligkeit lieben, finden in der Kirchenchorgemeinschaft eine Heimat, denn die Sänger pflegen außer dem Kirchenchorgesang auch das weltliche Liedgut. Seine Auftritte bei Liederabenden sind heute noch in aller Erinnerung. Aber auch das alte Volkslied wird bei gemütlichem Beisammensein gepflegt.

 

Eine Aktualisierung/Ergänzung von Seiten der Vereine ist erwünscht.

Quelle: Fuchsstadt im Wandel der Zeit 1987