GARTENBAUVEREIN
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Verein für Obst- und Gartenbau und Landschaftspflege

Stand: 1987

 

Der Gartenbauverein hatte sich bei seiner Gründung am 23. Januar 1925 vor allem das Ziel gesetzt, den Obst und Gemüseanbau zu fördern. Dies war in der damaligen Notzeit vor allem für die Ernährung der Bevölkerung wichtig. Durch die Initiative des Vereins wurden viele brachliegende Flächen an den Berghängen um Fuchsstadt mit Beerensträuchern und Obstbäumen bepflanzt. Auch die breiten Grüngürtel um den Ortskern von Fuchsstadt, die von Obstbäumen gebildet werden, sind vor allem den damaligen Vereinsaktivitäten zu verdanken. Im Jahre 1933 zählte man in Fuchsstadt ca. 8000 Obstbäume.

 

In der Notzeit des zweiten Weltkrieges bis etwa 1950 waren diese Obstanlagen und die gepflegten Hausgärten ein wertvoller Beitrag für die gesunde Ernährung der Bevölkerung. Der „Öpfelmoust" (Apfelmost) war damals in jedem Haus vorrätig und sehr geschätzt.

 

Ab Mitte der 50er Jahre, mit dem wirtschaftlichen Aufschwung und den Einfuhren von Obst aus südlichen Ländern, verlor der einheimische Apfelbaum seine Bedeutung. Jeder konnte es sich jetzt leisten, seinen Bedarf an Obst auf dem Markt zu kaufen. Apfelmost war nicht mehr gefragt, da Bier und vor allem Wein aus dem Ausland billig zu bekommen waren. Der Gartenbauverein stellte seine Aktivitäten mehr und mehr ein und existierte zuletzt nur noch auf dem Papier.

 

Zu Anfang der 70er Jahre dann, nach der ersten Ölkrise, die ja bekanntlich auch viele positive Auswirkungen hatte, begann in der Bevölkerung neu das Interesse an der eigenen Heimat mit ihren landschaftlichen Schönheiten zu wachsen.

 

Der damals am Totenkopf geplante Steinbruch weckte die Heimatfreunde in Fuchsstadt zusätzlich auf. Man stellte plötzlich fest, unsere Heimatlandschaft kann jeden Vergleich mit anderen sogenannten Ferienländern aushalten, wenn man nur darauf achtet, dass sie nicht kaputtgemacht wird. Sie ist es wert, dass man sie pflegt und schützt.

 

Dieser Gedanke führte schließlich zur Wiederbelebung des alten Gartenbauvereins im Jahre 1973. Der Verein gab sich ein neues Programm und fügte seinem Namen den Zusatz „Landschaftspflege" an.
Neben den ursprünglichen Vereinszielen wurden die Erhaltung der Heimatlandschaft mit ihren Geschichts- und Kulturdenkmälern, die Verschönerung des Ortsbildes durch Blumenschmuck, der Schutz seltener Pflanzen und Tiere sowie die Erhaltung alter Traditionen in die Satzung mit aufgenommen.

 

Tag des Baumes am Wiesgarten 1975

 

Seit der Wiederbelebung im Jahre 1973 hat sich der Gartenbauverein, der zur Zeit 150 Mitglieder zählt, vor allem um die Renovierung der Feldkreuze, Bildstöcke und Kapellen bemüht. Mit der Einführung der sogenannten „Patenschaften" wurden einzelne Familien oder Vereine für die Pflege der Kapellen und Flurdenkmale gewonnen und damit deren Erhalt gesichert. Auch der Bau von Kinderspielplätzen bei der Raiffeisenbank und an der „Trie" gehen auf Initiative des Vereins zurück.

 

In den örtlichen Veranstaltungsreigen wurden durch den Gartenbauverein der „Grenzgang", der „Tag des Baumes'" und das Johannisfeuer wieder neu eingeführt. Außerdem wurde das „Gadenfest", ein örtliches Weinfest an den Kirchgaden, aus der Taufe gehoben. Mit diesem Gadenfest, bei dem nur „Fuschter Weine" kredenzt werden, wurde der einheimische Weinbau wieder auf den Platz gerückt, der ihm wegen seiner Tradition und früheren wirtschaftlichen Bedeutung zukommt.

 

Pflanzaktion beim Kreuzschlepper-Bildstock in der Frühlingsstraße

 

Der Aufbau einer Dia-Sammlung über das Ortsund Vereinsgeschehen im Laufe der Jahre durch den Gartenbauverein soll mit dazu beitragen, das Heimatbewusstsein der Bevölkerung zu fördern.
Als Mitglied des „Fördervereins Heimatmuseum Hammelburg" ist der Verein auch außerhalb der Gemeindegrenzen aktiv und unterstützt die Bemühungen der Stadt Hammelburg zur Schaffung eines Heimatmuseums im Gebäude der alten „Herrenmühle'".

 

 

Die Vereinsführung seit dem Gründungsjahr 1925:

Erhard Kippes von 1925 bis 1963

Erich Keller von 1963 bis 1973

Werner Uebel von 1973 bis 1978

Franz Hugo von 1978 bis 1979

Otmar Kippes seit 1979.

 

Eine Aktualisierung/Ergänzung von Seiten der Vereine ist erwünscht.

Quelle: Fuchsstadt im Wandel der Zeit 1987