FUSCHTER MUSIKANTEN
Nach oben AKTUELL HEIMATFEST GESCHICHTE BETRIEBE PRESSE ORGANISATION LITERATUR IMPRESSIONEN VIDEO SONSTIGES

Nach oben IMPRESSUM MÜTZELHAUS ANFAHRT

Home Nach oben AKTUELL HEIMATFEST GESCHICHTE BETRIEBE PRESSE ORGANISATION LITERATUR IMPRESSIONEN VIDEO SONSTIGES

 

Fuschter Musikanten e. V.

Stand: 1987

 

Die Tradition der Blasmusik in Fuchsstadt reicht bis weit in die Mitte des 18. Jahrhunderts zurück. Nach den ältesten erhaltenen Nachrichten spielten bereits im Jahre 1758 Fuchsstädter Musikanten bei Prozessionen und wurden dafür aus der Kirchenkasse mit sechs Gulden entlohnt. Für die Folgezeit finden sich, insbesondere in der Kirchenchronik, immer wieder Hinweise auf die Existenz von Musikern in Fuchsstadt. So wurden die Musikanten im Jahre 1773 mit vier Pfund für das Aufspielen zum neuen Jahr honoriert.

 

Ab den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts wird dann erstmals von „Musikkränzchen" berichtet. Dies war auch die Zeit, in der Blasinstrumente mit Ventilen bekannt wurden.

 

Damit ergab sich für die Blasmusik die Möglichkeit, nicht nur Naturtöne zu spielen, sondern neue, bis dahin nicht mögliche Klangfarben zu erreichen.

 

Die erste vereinsmäßige Organisation erhielten Blasmusiker durch die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Fuchsstadt im Jahre 1871. Schon damals wurde die bis in die heutige Zeit enge Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr gepflegt. 

 

Feuerwehr ohne Blasmusik war nicht denkbar. Wird heute der Alarm durch die Sirene ausgelöst, so übernahm bis Mitte der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts der Hornist die Alarmierung, ursprünglich für zwei Mark Jahreshonorar. Es entwickelte sich schnell eine formierte Musikkapelle, die nach der Überlieferung beim Silvesterball des Jahres 1882 der Freiwilligen Feuerwehr aufspielte. Die Kapelle war verpflichtet, bei jeder Übung, auch auswärts, zu spielen und jeweils einen Hornisten für das Signal zu stellen. Dafür erhielt die Kapelle ein Jahreshonorar von 15 Reichsmark.

 

Diese Tradition hielt sich bis ca. 1950. Nach jeder Übung wurde die Wehr von der Musikkapelle abgeholt und zum Feuerwehrhaus begleitet. Etwa um die Jahrhundertwende entwickelte sich aus den musikalischen Anfängen die Kapelle Stockmann. Aus der Namensgebung „Kapelle Stockmann" schließen wir, dass zu diesem Zeitpunkt die Kapelle Stockmann eine eigenständige, von der Feuerwehr unabhängige Musikkapelle war.

 

In den Kriegsjahren 1914 bis 1918 rückte die örtliche Blasmusik in den Hintergrund. Teilweise wurden auch Fuchsstädter Musikanten bei Militärkapellen eingesetzt.

 

Nach dem Krieg wagte Johann Volpert mit einigen Musikern einen Neubeginn. Von Auftritten der Kapelle aus den 20er Jahren wird berichtet, u. a. von der Einweihung des Kriegerdenkmals.

Kapelle Stockmann etwa im Jahre 1900
Diese junge Kapelle Stockmann spielte biszum 1. Weltkriegetwa i n folgender Besetzung:
von links: Stephan Götz, Johann Stockmann, Wendelin Kippes, Nikolaus Schärpf, Eduard Gunderlach, Franz Adam Stockmann, Johann Volpert;
liegend, von links: Wendelin Gunderlach, Josef Vol pert.

 

Im Jahre 1926 übernahm Alfred Volpert die Stabführung von seinem Vater in der Kapelle Volpert. Etwa zwei Jahre später entstand im Jahre 1928 die neuformierte Kapelle Stockmann/Pfülb unter Leitung von Franz Adam Stockmann.

 

Nunmehr gab es in Fuchsstadt zwei Musikkapellen, die weit über Fuchsstadt hinaus zu einem Begriff für gute Blasmusik wurden und deren Wettstreit um die Gunst des Publikums in erster Linie mit musikalischen Mitteln ausgetragen wurde. Die beiden Kapellen teilten sich die Feste und Veranstaltungen in jährlichem Wechsel. Nach dem Zweiten Weltkrieg war ein Neubeginn notwendig. Zunächst waren Kirchenmusik und Retzbach-Wallfahrt die wichtigsten Anlässe für jede der beiden Kapellen.

Die Kapelle Volpert mit ihrem Ausbilder Johann Volpert im Jahre 1926:
stehend, von links: Franz Kippes (Weinbergstraße), Alois Stöth (Obere Dorfstraße), Anton Gunderlach, Johann Volpert, Am bros Stö th, Adolf Schaupp (Kissinger Str.); sitzend, von links: Edmund Volpert, Adolf Schaupp (Gräfen brenn er Str.), Alfred Volpert (Kapellmeister), Rudolf Volpert.

 

Mit der zunehmenden Lust zum Festefeiern mehrten sich die Gelegenheiten für die Musiker, ihr Können unter Beweis zu stellen. Eine Konkurrenz erwuchs der Blasmusik durch die amerikanische Welle in den 50er Jahren. Die Kapelle Stockmann/Pfülb folgte diesem Trend und widmete sich verstärkt der neuen Tanzmusik. Die Kapelle Volpert gestaltete nunmehr überwiegend kirchliche Veranstaltungen.

 

Anfang der 60er Jahre erreichte die Blasmusik überall und auch in Fuchsstadt einen Tiefstand. Aber schon nach wenigen Jahren erwachte das allgemeine Interesse wieder. So auch in Fuchsstadt. Viele Musiker schlossen sich der in Hammelburg neu gegründeten Feuerwehrkapelle an. An den Erfolgen der Feuerwehrkapelle Hammelburg waren Fuchsstädter Musikanten maßgeblich beteiligt.

 

Die Fuschter Musikanten vor ihrem ersten öffentlichen Auftritt im Jahre 1979

 

In den 70er fahren kam in Fuchsstadt der Wunsch nach einer eigenen Blaskapelle verstärkt zum Ausdruck. In der Blaskapelle Hammelburg aktive Musiker aus Fuchsstadt und Musiker aus beiden früheren Kapellen fanden sich zusammen, um wenigstens die örtlichen Anlässe zu gestalten. In dieser Zeit übernahm Bruno Kippes das Dirigentenamt und die Ausbildung der Kapelle. Aus diesem Kreis wurde am 30. November 1979 der Verein „Fuschter Musikanten e.V." gegründet.

 

Unter der Leitung ihres Dirigenten Bruno Kippes nahm die Kapelle einen ständigen Aufschwung.

 

Die Nachwuchsmusikanten mit Dirigent Bruno Kippes im Jahre 1982

 

Anfang 1980 konnte man mit der Ausbildung von 28 jungen Musikern beginnen. Die Gemeinde Fuchsstadt stellte einen Raum in der alten Schule als Probenraum für Musikkapelle und Gesangverein zur Verfügung. Die Ausbildung der Nachwuchsmusikanten wurde von aktiven Musikern übernommen. Diese ständige Nachwuchsarbeit ist Grundlage für den Fortbestand der Musikkapelle.

 

Sie erfordert erheblichen zeitlichen Einsatz und Idealismus von Ausbildern und Jungmusikern. Bei den vielfältigen Interessen, die unsere Zeit kennzeichnen, ist es besonders schwierig, junge Leute für die langwierige Musikerausbildung zu gewinnen, für die Mitwirkung in einer Musikkapelle zu begeistern und die Gemeinschaft der Kapelle zusammenzuhalten. Dem Dirigenten kam schon immer diese schwierige und große Aufgabenstellung zu. Seit Ende 1985 wird der Dirigentenstab von Manfred Öftring geführt. Ziel und Aufgabe des Vereins der Fuschter Musikanten wird es bleiben, die Kultur der Blasmusik in Fuchsstadt zu bewahren.

 

Fuschter Musikanten mit Dirigent Manfred Öftring (links) und Vorstand Roland Kippes (rechts) im Jahre 1987

Anfang des Jahres 1987 hat der Verein der Fuschter Musikanten außer der aktiven Blaskapelle eine Gruppe, die sich seit zwei Jahren, und eine weitere, die sich seit einem Jahr in Ausbildung befinden.

Eine Aktualisierung/Ergänzung von Seiten der Vereine ist erwünscht.

Quelle: Fuchsstadt im Wandel der Zeit 1987